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Das Kommunalwahlprogramm 2002
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4. Schule und Bildung
- innovativ, gerecht, demokratisch
Bildung ist das Zukunftsthema. Zu Recht wird der
Zusammenhang zwischen Bildung und ökonomischen Chancen immer stärker betont. Wir GRÜNE betrachten die Bildungsfrage
jedoch nicht nur unter dem verkürzten Blickwinkel des Wirtschaftsstandorts, sondern aus ganzheitlicher
Sic ht. Mündigkeit, Selbstbestimmung, Emanzipation und Berufsfähigkeit gehören als bildungspolitische
Leitziele zusammen. Nur selbstbewusste Menschen sind in der Lage, gesellschaftliche Aufgaben zu übernehmen,
sich für eigene Interessen und die ihrer Mitmenschen zu engagieren.
Bildung und Ausbildung müssen in einer sich rasch verändernden Welt
Kompetenzen vermitteln, die Voraussetzung für gesellschaftliche und wirtschaftliche Teilhabe sind. Dazu zählen
mehr denn je soziale, kommunikative und kognitive Schlüsselqualifikationen. Demokratische Werte, soziale
und ökologische Lebensformen, Chancengerechtigkeit und Integration sind elementare Bedingungen
für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft. Bildung ist eine Frage von Gerechtigkeit und Demokratie.
Schulen, die Mündigkeit und Selbstbestimmung auf ihre Fahnen geschrieben
haben, müssen sich selbst öffnen. Sie müssen in den Stadtteilen als lebendige Lernzentren der Begegnung
unterschiedlicher Kulturen, der Integration verschiedener Lebensformen, dem gemeinsamen Erarbeiten
von sozialen, demokratischen und ökologischen Lebensweisen dienen. Dazu gehört auch die weitere Förderung
der Ganztagsschule. Sie übernimmt eine wichtige Betreuungsfunktion in unserer Gesellschaft und schafft
Möglichkeiten für einen offenen, fächerübergreifenden Unterricht.
Gerade die Landeshauptstadt München mit dem in der Bundesrepublik
einmaligen kommunalen Schulwesen kann Schule als einen wesentlichen Eckpfeiler einer solidarischen
Zivilgesellschaft gestalten.
GRÜNE haben in den letzten Jahren erreicht, dass
- im Haushalt des Schulreferats über DM 200 Millionen für Netzwerke
und Internet bereitgestellt wurden, damit spätestens in fünf Jahren alle Münchner SchülerInnen Zugang
zu den Neuen Medien haben;
- in München ein selbst organisiertes Schülerbüro eröffnet wurde,
das SchülerInnen in ihren Beteiligungsmöglichkeiten unterstützt;
- in München keine
Grundschule ohne ausreichende Tagesheim- oder Hortplätze geschaffen wurde;
- die Schulsozialarbeit,
also die sozialpädagogische Betreuung von Kindern und Jugendlichen direkt
in der Schule,
ausgebaut wurde;
- immer mehr Schulhöfe
für die Ferien- und Nachmittagsnutzung geöffnet werden;
- das berufliche
Schulwesen immer mehr aus seiner Stiefkindrolle herauskommt;
- die Lehrerfortbildung
ausgebaut wurde;
- es an allen städtischen
Schulen Mädchenbeauftragte gibt und die ersten Schritte zur geschlechtsspezif
ischen Jungenarbeit
getan wurden;
- alle Schulneubauten
behindertengerecht sind.
DIE GRÜNEN wollen diese Politik in den nächsten
Jahren fortsetzen:
- Wir wollen innovative Unterrichtsformen
stärken, bei denen SchülerInnen aktiv statt passiv sind.
- Die Mittags- und Nachmittagsbetreuung
an Schulen muss besser werden.
- Schule muss sich stärker in
den Stadtteil öffnen und eine Stadtteilschule werden.
- Mehrsprachigkeit ist wichtig:
Wir wollen zweisprachige Kindergärten und eine internationale Modellschule.
- Mehr Demokratie wagen durch
Mitbestimmung von SchülerInnen.
- An Schulen sollen Projekte
durchgeführt werden, die das Demokratieverständnis von Jugendlichen stärken.
- Der Etat für Lehrmittel in
den Grund-, Haupt- und Förderschulen soll deutlich erhöht werden.
- Kenntnisse in den Neuen Medien
sind ein wesentlicher Schlüssel für Berufschancen und Teilhabe an der Informationsgesellschaft.
Die nötige Ausstattung mit Hard- und Software muss gewährleistet werden.
Insbesondere
Mädchen muss deshalb ein verstärkter Zugang zu den Neuen Medien ermöglicht
werden. Wir
setzen uns dafür ein, mit Mitteln der Stadt ein Online-Projekt zu entwickeln,
das sich gezielt an Mädchen
richtet und deren Interesse für Ausbildungen im IT-Bereich fördert.
- Ein Schultag, an dem Jugendliche
ihre Eltern am Arbeitsplatz besuchen, um Informationen zum Berufsalltag zu
erhalten, soll durchgeführt werden.
- Die Schulsozialarbeit muss
bedarfsgerecht ausgebaut werden.
- Wir brauchen mehr junge Lehrkräfte.
- Die Integration von Kindern
mit Behinderungen in die Regelschule muss ausgebaut werden.
- Die Trennung der Verantwortlichkeiten
bei der Kinderbetreuung (zwischen Sozial- und Schulreferat) muss
aufgehoben werden; langfristig muss Politik für und mit Kindern und Jugendlichen
verwaltungstechnisch in
eine Hand kommen.
- Das Angebot an Ganztagsschulen
muss mit finanzieller Unterstützung des Freistaates ausgebaut werden.
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